Hukvaldy

HUKVALDY 79


Im Schulhaus von Hukvaldy kam Janáček am 3. Juli 1854 zur Welt. Auch wenn er seinen Geburtsort mit zwölf Jahren verlassen hatte und nach Brünn gezogen war, kam er ab den Neunzigerjahren des 19. Jahrhunderts regelmäßig nach Hukvaldy zu Besuch. Im Jahr 1921 erwarb er von der Witwe seines Bruders František ein Haus und verbrachte hier fortan jedes Jahr mehrere Wochen. Später kaufte er noch ein Waldstück namens Babí hůra hinzu. Hukvaldy war bis zu seinem Lebensende einer der liebsten Orte des Komponisten, wo er vor allem Ruhe und Erholung suchte. Der Aufenthalt im Sommer 1928 sollte jedoch sein letzter werden. Während er hier mit seiner Freundin Kamila Stösslová und ihrem Sohn Otto weilte, erkältete er sich und erlag kurz darauf am 12. August im Kleinschen Sanatorium in Ostrava einer Lungenentzündung. Heute ist in Janáčeks Häuschen eine Dauerausstellung eingerichtet, die Janáčeks Beziehung zu seinem Heimatort gewidmet ist, während in der Schule, wo er geboren wurde, wechselnde Ausstellungen zu verschiedenen Aspekten seines Lebens und Werks stattfinden. Regelmäßig zu Beginn der Sommerferien ist Hukvaldy Schauplatz eines Festivals zu seinen Ehren.

Hukvaldy, zeitgenössische Ansichtskarte © Moravské zemské muzeum
Hukvaldy, zeitgenössische Ansichtskarte © Moravské zemské muzeum

Geboren am 3. Juli im Schulhaus, in jenem Zimmer, das mit einem Fenster zur Kirche und mit einem zur Brauerei blickt. Die Schule von Hukvaldy; ein großer Raum mit alten, zerkratzten Bänken. Die eine Klasse links - für die ganz Kleinen, die zweite rechts - für die Größeren. Zwei Tafeln, mein Vater und ein Hilfslehrer unterrichteten gleichzeitig. Wir gingen sie sich dabei aus dem Weg? In der Ecke ein großer Ofen, daneben ein Bett; hier schlief der Hilfslehrer. Auch ich lag hier, als ich krank war, als ich mich an der Feuerstätte verbrüht hatte! Ein Huhn hat eine beschränkte Welt. Ebenso auch ein Kind - ich.

 Leoš Janáček: Ein Blick in Leben und Werk (1924)